Online Coaching

Sebastian Lieb – Online Coach


Langjährige Erfahrung im Online Coaching und in der Nutzung digitaler Medien wie Skype, Zoom und Adobe Connect erleichtern die gemeinsame Arbeit. Nutzen Sie ein kostenloses Kennenlernen um die Passung von Technik und Mensch zu testen.


Online Coaching

Der Begriff Online Coaching gewinnt in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung. Seit dem 11. März 2020 umso mehr, da die Bundesregierung empfohlen hat, unnötige soziale Kontakte zu vermeiden. Dazu gehört zu dem Bedauern vieler begeisterter Coaches und Coachees auch das Präsenzcoaching. Aber was ist Online Coaching überhaupt? Welche Vor- und Nachteile bietet es?

Es ist die Form des Coachings, das durch den Einsatz von medialer Technik auf die Anwesenheit der relevanten Akteure in dem selben Raum verzichtet. Neben der Bezeichnung Online Coaching gibt es noch diverse weitere Bezeichnungen für diesen Prozess. Bekannt sind beispielsweise Begriffe wie: Internet Coaching, eCoaching, virtuelles Coaching, e-Beratung, Beratung Online, Internet Beratung, eMail Coaching, Distance Coaching, web Coaching, Cyber Coaching, blended Coaching bis zu mobiles Coaching.

Die hauptsächlichen Vorteile des Online-Coaching sind u.a.:

  • Der Klient ist nicht mehr ortsgebunden
  • Der Klient kann seinen Coach global suchen
  • die Kosten für An- und Abfahrt entfallen
  • Termine werden nicht mehr von den Verkehrsmitteln beeinflusst
  • Und in Zeiten der Corona-Krise (oder einer ähnlichen Situation) nicht irrelevant: Es ist hinsichtlich der Übertragung von Krankheiten absolut sicher.

Entwicklung und Bedeutung von Online Coaching

Um auf die Entwicklung des Online Coaching einzugehen, möchte ich zunächst aus eigener Erfahrung berichten. Ich nutze die Möglichkeit des Online Coachings seit ca. 2008. Zu dieser Zeit war die eingesetzte Technologie noch nicht sehr weit ausgereift. Die Internetverbindung war oft langsam, die Rechenkapazität der eingesetzten Endgeräte war gering und das Programm (damals Skype) war  teilweise fehlerhaft und führte zu unregelmäßigen Unterbrechungen. Das führte dazu, dass das Online Coaching einen schlechten Ruf bekam. Entsprechend wurde es nur im Notfall (also wenn es nicht anders ging) eingesetzt.

Die Weiterentwicklung der Technologie und das gewachsene Angebot an online verfügbaren Coachings haben eine Entwicklung gefördert, die stand 2017 einen Anteil von 21% aller Coachings im virtuellen Bereich ausmachte. Zu dieser Aussage kam 2017 der Sherpa Report. Diese Entwicklung kann ich in meinem Arbeitsbereich bestätigen. ist – meiner Meinung nach – die Einstellung zum Online Coaching, die die Menschen verändert haben. Dies geschah durch unterschiedliche Einflüsse. Einerseits wurde die Anzahl positiver Erfahrungen und Berichte anderer Menschen mehr. Andererseits haben viele Menschen das Lernen über z.B. Youtube-Videos in ihren Alltag integriert und so das Mindset zu dem Medium selbst verändert. Heute spiegelt sich die Digitalisierung der Gesellschaft in der Haltung der Menschen gegenüber dem virtuellen Coaching wider. Die Erweiterung der Freiheitsgrade beschreibt unter anderem den Anspruch, den die Klienten an das Angebot haben. So stehen für einige meiner Kunden die folgenden Faktoren hoch im Kurs: Sie sind nicht mehr ortsgebunden und können ihren Coach überregional suchen, die Kosten für An- und Abfahrt entfallen, Termine werden nicht mehr von den Verkehrsmitteln beeinflusst, uvw.

Setzt man eine dem Präsenzcoaching äquivalente Wirkung voraus (die aus meiner Sicht gegeben ist), so darf man damit rechnen, dass das Online Coaching in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Die Situation, die durch Covid 19 im März 2020 entstanden ist, ist zwar wieder eine der Not gehorchende Entwicklung, wird aber Spuren (hoffentlich) positiver Erfahrungen hinterlassen. Es wird eine neue Tugend entstehen.

Wie kann ein Online Coaching erfolgreich sein?

Welche Voraussetzungen braucht ein Online Coaching um zu gelingen? Welche Erfolgsfaktoren sind zu berücksichtigen? Der folgende Abschnitt soll Antworten auf diese Fragen liefern und Wege für die erfolgreiche Durchführung skizzieren.

Online Coaching ist für viele Klienten und Coaches Neuland – Neuland, dem viele zunächst mit (einer enormen Portion) Skepsis begegnen. Viele neue Dinge werden zunächst einmal abgelehnt. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Frei nach John P. Kotter und Ed. Schein begegnen uns hier bekannte Widerstandsfaktoren wie:

  • Warum? (Was ist der logisch nachvollziehbare Grund?)
  • Wie? (funktioniert das genau?) und
  • Was? (bedeutet das für mich konkret?).

Mir sind im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit unter anderem folgende Gründe für die Ablehnung zugetragen worden:

  • Unsicherheit im Umgang mit der Technik
  • Argwohn gegenüber der Effektivität (das kann nicht so gut sein wie die Präsenzform)
  • Angst, unvorteilhaft dargestellt zu werden (was denkt der dann von mir über die Kamera?)
  • Zu viel Einblick in die Privatsphäre (die Kamera filmt auch das Umfeld und das kann auch die Küche des Klienten sein)
  • Die Meinung Anderer (Ich hab gehört…)

Kurzum: Wir haben es mit einem klassischen Change Management zu tun. Entsprechend sollten wir auch damit umgehen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die erfolgskritischen, vorbereitenden Prozesse, die von dem Coach begleitet werden sollten:

  • Nehmen Sie die Ängste des Klienten ernst. Bagatellisieren sie sie nicht.
  • Geben sie eine umfassende Schritt für Schritt Anleitung für die Bedienung der Technik auf unterschiedlichen Kanälen (Video, PDF, persönliche Anleitung z.B. über Teamviewer)
  • Informieren Sie ihren Gesprächspartner über seine Außenwirkung (persönliche Erscheinung, Hintergrund, Beleuchtung) und geben sie Tipps.
  • Erklären Sie genau ihr Vorgehen im Rahmen der Zusammenarbeit.

Im Prinzip gelten anteilig die Regeln der Führung im digitalen Umfeld (Transparenz, Offenheit und Partizipation). Das ist ein hoher Aufwand allein für die Vorbereitung des Coachings. Wenn sie aber eine positive Erfahrung ermöglichen möchten, ist das unumgänglich. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich lohnt.

Vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient

Wie im Präsenzcoaching ist auch im Online Coaching die Beziehung zwischen Coach und Coachee ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Sie sollte durch Vertrauen, Wertschätzung und gegenseitige Akzeptanz geprägt sein und macht laut der oft zitierten Hypothese von McKenna und Davis (2009) einen Anteil von ca. 30% am Erfolg des Coachings aus. Wie diese Beziehung im Online Coaching hergestellt werden kann, soll im folgenden erläutert werden.

Im Online Coaching haben wir deutlich weniger Zeit eine entsprechende Beziehung zu etablieren als wir sie in der Präsenzform haben. Die Geschwindigkeit und die Erwartung sind in der digitalen Form des Coachings einfach höher. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, gilt es wenigstens folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  1. Nutzen Sie alle sich bietenden Gelegenheiten, sich dem Coachee vor dem Erstkontakt vorzustellen. Seien Sie auf unterschiedlichen Kanälen des Internet präsent. Betreiben Sie eine eigene Website, erstellen sie Videopitches (Videopitches sind kurze Videos (maximal 2 Minuten Länge), in denen sich der Coach der Öffentlichkeit präsentiert), schreiben Sie in Blogs über ihre Arbeit. Wenn der Klient schon vor dem Erstkontakt die Gelegenheit hatte, Sie sympathisch und kompetent zu finden, ist das Eis schneller gebrochen.
  2. Berücksichtigen Sie die oben aufgeführten Hinweise zur Veränderung. Wenn Sie als helfende Kraft wahrgenommen werden, fällt es leichter, Ihnen zu vertrauen.
  3. Bemühen Sie sich, die Situation des Klienten schnellstmöglich zu erfassen. Nutzen Sie z.B. die Technik des Aktiven Zuhörens um dem Klienten ihr Verständnis zu signalisieren. Das Gefühl verstanden zu werden entspannt den Coachee immens und trägt zu einer guten Beziehung bei.

Medienkompetenz

Medienkompetenz und eine ausgeprägte Routine im Umgang mit der Technik sowie ein tiefes Verständnis der eingesetzten Technologie (hauptsächlich auf der Seite des Coaches) sind hier Erfolgsfaktoren, die eine große Bedeutung haben. Darüber hinaus braucht es auch noch das Vermögen, sich auf Medienkompetenzebene in die Situation des Coaches zu versetzen. Versuchen Sie einen völlig unerfahrenen Gesprächspartner „abzuholen“. Vermitteln sie ihr wissen in kleinen Einheiten und bleiben sie langsam.

Die Kamera als wesentlicher Unterschied zu Präsenzcoaching

Die Wirkung der Kamera ist vielfältig und nicht ganz eindeutig zu interpretieren: Einerseits erleichtert sie den Kontakt und schafft durch das Sehen des Anderen eine vertraute Atmosphäre der Nähe. Andererseits wird sie als Mittel der Überwachung wahrgenommen, weil sie einen Einblick in die Privatsphäre gewährt. Grundsätzlich beeinflusst die Kamera das Coaching in drei wesentlichen Bereichen:

Erstens ist der Eindruck, den der bei dem Coach hinterlassen möchte, für den Klienten sehr wichtig. Deshalb wird sowohl das persönliche Erscheinungsbild als auch der sichtbare Hintergrund nach eigenen Idealvorstellungen hergerichtet.

⇒Expertentipp: Eine Anerkennung dieser Vorbereitung könnte in einigen Fällen ein hilfreicher Einstieg sein. Nehmen Sie in den ersten Minuten gerne Bezug auf ein schönes Bild im Hintergrund oder die Kleidung Ihres Gegenüber.

Zweitens sorgt der direkt Blickkontakt in den Präsenzcoachings unter anderem für eine intime Beziehung. Da die Kamera in den meisten Fällen nicht in der Mitte des angezeigten Bildes angebracht ist, sondern häufig am oberen Displayrand, macht es bei dem Gegenüber schnell den Eindruck, als würde man sich nicht bemühen den Blickkontakt herzustellen. Das Gegenteil ist der Fall. Deshalb ist es wichtig diesen Umstand anzusprechen um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

⇒Expertentipp: Versuchen Sie sich zu disziplinieren und schauen Sie in die Kamera. Ich habe mir einen auffälligen Pfeil an mein Display geklebt um meinen Blick zu lenken. Die Rückmeldung hierzu ist eindeutig positiv.

Durch den Einsatz der Kamera schaffen wir einen gemeinsamen virtuellen Raum. Die Realität zeigt aber eindeutig, dass jeder in seinem Raum sitzt. Deshalb kommt es schnell zu der Differenzierung zwischen hier (meins) und dort (seins). Das kann den positiven Effekt des geschützten Raumes haben, kann aber auch zu einer fehlenden Nähe führen, die retardierende Wirkung hat.

⇒Expertentipp: Ich habe sehr positive Erfahrungen mit der Nutzung eines Headsets gemacht, das die Ohren vollständig umschließt und via Bluetooth mit dem Computer verbunden ist. Durch das Umschliessen der Ohren werden Geräusche in der „eigenen“ Umgebung verringert. Es entsteht dadurch mehr das Gefühl in einem geschützten, mit dem Coachee geteilten Raum zu sein. Durch die Bluetooth Verbindung bin ich flexibel im Raum und kann beispielsweise ein Flipchart in den Dialog einbinden (das geht auch über die Nutzung des Whiteboards in diversen Programmen). So teile ich meinen Raum aktiv mit dem Gegenüber und habe den Einsatz unterschiedlicher Medien sichergestellt.

Eine neue Form des Miteinander

Eine meiner Klientinnen fragte mich vor einigen Monaten Ob ich eine Band aus den 1980/90er Jahren namens „Talking Heads“ kennen würde. Selbstverständlich kenne ich die Band und fragte warum sie diese Frage stellen würde. Sie antwortet, dass die Art unserer Zusammenarbeit immer wieder diesen Bandnamen in ihren Gedanken aktivieren würde. Anschließend höre sie in ihrem inneren Ohr die ersten Takte des wohl bekanntesten Titels der Band und würde sich Mühe geben, den Text an unsere Arbeit anzupassen: „We´re on the road to…the target?“ Dann lächelte sie in sich hinein.

Was diese Klientin beschrieben hat, trifft die Wahrnehmung vieler Kunden, mit denen ich zusammenarbeite. Sie nehmen mich als sprechenden Kopf wahr. Sie empfinden dadurch eine größere Distanz zu mir. Einer beschrieb unsere Beziehung so, dass er mich ständig dabei habe und sich meiner Dienste nach eigenem Ermessen bedienen könne. Da er für unsere Sitzungen sein Smartphone verwendet, nannte er mich seinen „Hosentaschencoach“.

Um nicht nur der sprechende Kopf zu sein, nutzte ich die oben bereits beschrieben Technologie des kabellosen Headsets. So kann ich leicht den Bildausschnitt vergrößern und auch mit den Händen und dem gesamten Körper sprechen.

Der Wunsch nach Kontrolle

Über die Vorbereitungen hinsichtlich der eigenen Erscheinung und des Raumes, den die Kamera zeigt, habe ich weiter oben bereits geschrieben. Einigen Klienten reicht dieser Bereich nicht. Sie wünschen sich, ihren Einfluss noch weiter zu gestalten und geben mir entsprechende Verhaltensinstruktionen. Bitte rücken Sie näher an die Kamera, bitte zeigen Sie mir ihr Büro (Umgebung), zeigen sie sich bitte einmal ganz (es könnte ja sein, dass sie nur am Oberkörper angemessen bekleidet sind), und vieles mehr. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Klienten ihre Wünsche zu erfüllen. Es trug in meinen Fällen zum Aufbau von Vertrauen und Nähe bei. Zudem habe ich natürlich nach den Hintergründen der Wünsche gefragt. Das hat mir häufig einen guten Einstieg in das Gespräch ermöglicht.

Fazit

Mit zunehmender Breitbandabdeckung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Bildübertragungstechnologie wird der Einsatz von Online-Video im Coaching weiter zunehmen. Insbesondere drei Aspekte sind aus meiner Sicht relevant für die Gestaltung der virtuellen Coach-Klienten-Beziehung.

  1. Unkenntnis sorgt für Unsicherheit und Ablehnung. Klären sie ihre Klienten deshalb umfassend über die Nutzung der Technik auf. Üben Sie mit den Klienten, bis sie sicher im Umgang mit der Technik sind.
  2. Übergeben Sie ein hohes Maß der Kontrolle an den Klienten. Das sorgt für das Gefühl großer Autonomie und schafft vertrauen.
  3. Lassen Sie ihren Körper sprechen, indem Sie einen möglichst großen Bereich Ihrer Umgebung übertragen. So sind sie nicht „nur“ der sprechende Kopf. Zudem lässt sich der Blickkontakt auf Distanz besser „halten“.

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